Kreisgruppe Landshut

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Hegeschau als Spiegel der Wildsituation

20. April 2026

BJV-Kreisgruppe Landshut hält in Zweikirchen Pflichthegeschau und Mitgliederversammlung ab – Aiwanger erläutert neues Jagdgesetz

Zweikirchen. Zur jährlichen Pflichthegeschau mit anschließender Mitgliederversammlung hat die BJV-Kreisgruppe Landshut am Samstag nach Zweikirchen eingeladen. Vorsitzender Josef Weig konnte dazu zahlreiche Ehrengäste aus Politik sowie Vertreter benachbarter Kreisgruppen willkommen heißen. Besonders begrüßte er den stellvertretenden Ministerpräsidenten, Wirtschaftsminister und Jagdminister Hubert Aiwanger.

In seinem Grußwort ging Aiwanger auf das neue Jagdgesetz ein, das erst vor kurzem in Kraft getreten ist. Dabei hob er die Bedeutung der Hegeschauen hervor. Sie seien nicht nur ein wichtiger Treffpunkt der Jägerschaft zum Informationsaustausch, sondern auch ein Gradmesser für den Zustand des Rehwildes in den Revieren. Anhand der vorgelegten Trophäen ließen sich Alterstruktur und teilweise auch der Gesundheitszustand des Wildes ablesen.

Zugleich verwies Aiwanger auf die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht. Auch die Möglichkeit der Abschussplanfreiheit für Jagdgenossenschaften sprach er an. Die Verantwortung solle hier künftig stärker von den Behörden auf Jagdgenossen und Jäger übergehen – auf freiwilliger Basis. Gleiches gelte für die verlängerte Jagdzeit auf Bock und Schmalreh, die ebenfalls freiwillig in der Verantwortung der Jägerschaft liege.

Andreas Steinberger von der ARGE Jagdgenossenschaften betonte in seinem Grußwort die gute Zusammenarbeit zwischen Jagdgenossen und Jagdpächtern. Nur so könnten Waldumbau und die Begrenzung von Wildschäden gelingen. Zudem sprach er die aus seiner Sicht hohe Zahl an Wildunfällen im Straßenverkehr an und stellte die Frage, inwieweit Jäger hier unterstützend tätig werden könnten.

Im Rahmen der Hegeschau verwies Frau Lanzinger von der unteren Jagdbehörde der Stadt Landshut auf die Änderungen im Jagdgesetz. Herr Kleiner vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten schilderte die aktuelle Situation im Waldbau. Er erinnerte an die vergleichsweise günstige Entwicklung beim Borkenkäfer im vergangenen Jahr, mahnte jedoch zur Vorsicht, da sich die Lage heuer rasch wieder ändern könne. Aufgrund der derzeit hohen Holzpreise sei zudem wieder mehr Holz eingeschlagen worden. Die beantragte Aufforstungsfläche liege im Landkreis bei rund 100 Hektar.

Jagdberater Graf Max Peter von Montgelas berichtete, dass im Bereich der Kreisgruppe Landshut noch nie so viele Rehgehörne zur Bewertung angeliefert worden seien wie in diesem Jahr. Rund 1350 Stück seien von der Kommission begutachtet worden. Das zeige zugleich die hohe Zahl des erlegten Rehwildes. Beim Schwarzwild sei die Strecke ebenfalls wieder angestiegen. Mit Sorge blickte er dagegen auf das Niederwild und die Entenstrecken. Er appellierte an Revierinhaber und Jäger, die Prädatorenbejagung konsequent fortzuführen, und erinnerte an den gesetzlichen Hegeauftrag.

In der anschließenden Mitgliederversammlung legte Vorsitzender Josef Weig seinen Rechenschaftsbericht vor. Anhand von Diagrammen machte er deutlich, wie wichtig es sei, beim Rehwild auf ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis und eine gesunde Altersstruktur zu achten. Ein wahlloser Abschuss ohne Berücksichtigung von Geschlecht und Alter führe nicht automatisch zu weniger Waldschäden.

Zugleich warb Weig um neue Mitglieder. Auch in der Kreisgruppe sei der demografische Wandel spürbar. Ein Beitritt bringe nicht nur Vorteile für den einzelnen Jäger, sondern stärke auch den Jagdverband Bayern durch eine starke Mitgliederbasis.

Die Referenten stellten zudem ihre Arbeit und die nächsten geplanten Veranstaltungen vor. Nachsuchenführer Ottendorfer berichtete von mehr als 100 Einsätzen pro Jahr, bei denen die beiden Nachsuchenführer zur Nachsuche auf Reh- und Schwarzwild gerufen werden.

Zum Abschluss standen Ehrungen auf dem Programm. Franz Netinger, der mehr als 35 Jahre Hegeringgemeinschaftsleiter war, erhielt für seine jahrzehntelange Unterstützung bei der Hundeausbildung und bei den Brauchbarkeitsprüfungen die Urkunde in Gold. Mit der Ehrenurkunde für Jagdausbildung in Gold wurde Josef Wagner ausgezeichnet, der über viele Jahre die Jagdausbildung in den Fächern Naturschutz und Jagdhunde prägte und zusätzlich als Referent für Naturschutz tätig war. Vorsitzender Josef Weig hob hervor, dass Wagners umfangreiche Arbeit heute nicht mehr von einer einzelnen Person übernommen werden könne, sondern dafür inzwischen drei Personen notwendig seien.

Eine besondere Anerkennung erhielt außerdem Melanie Huber. Für ihr Engagement in der musikalischen Leitung der Bläsergruppe wurde ihr von der Bläsergruppe ein Blumenstrauß überreicht.

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